Jesus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. Johannes 8, 15
Liebe Gemeindeglieder,
Network-Mobbing - kennen Sie das?
Ein neues Schlagwort aus der Jugendkultur. Jugendliche schließen sich zu einer Clique zusammen, um eine bestimmte Person zu beurteilen, zu verurteilen und virtuell in einem Netzwerk fertig zu machen. Warum? Weil sie sich selbst groß machen, indem sie andere klein machen.
Das gibt es übrigens nicht nur in dieser modernen Spielart, sondern in allen Gesellschafts- und Altersgruppen. Es macht auch keinen Halt vor christlichen Gemeinden. Wir messen andere mit unseren Maßstäben oder – das ist die fromme und oft noch gemeinere Variante – mit scheinbar Gottes Maßstäben und handeln dabei vermessen.
Wer sind wir denn, dass uns ein Urteil über dem anderen zusteht? Was richten wir denn andere, die wir doch alle einmal selbst von Gott gerichtet werden ohne Ansehen der Person? Unsere Urteile sind oft gnadenlos und hart.
Wie wäre es denn, wenn Gott so mit uns umgehen würde? Jesus warnt hier die Pharisäer vor irdischen Urteilen über Menschen zu Lebzeiten. „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass sie durch ihn selig werde“, schreibt der Evangelist Johannes wenige Kapitel früher (Joh. 3,17). Das sind andere Maßstäbe! Wer unter diesen Maßstäben lebt, hat es nicht nötig, andere klein zu machen, um selbst groß dazustehen. Er lebt von der Gnade!
Es grüßt Sie herzlich Ihr
Friedemann Wenzke, Pfarrer