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„Das Leben geht weiter“

Herzliche Einladung an alle Interessierten zum Kinodokumentarfilm über die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Verlust der Heimat

am Donnerstag, den 14. September, um 14:30 Uhr im Evang. Gemeindehaus

Drei polnische und drei deutsche Frauen aus mehreren Generationen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, setzen bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung.

Ein Film über Heimat, Krieg, über das Überleben in der Fremde, darüber, wie die große Geschichte in das Dasein der Menschen hineinblitzt und die Lebensbahnen durcheinanderwirbelt. Der Film erzählt sehr privat ein jahrzehntelanges besonderes Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Kommentarlos kommen die Frauen zu Wort und lassen den Betrachter Anteil nehmen an ihrer subjektiven Sicht der Ereignisse.

Der Film berücksichtigt nicht nur die erschütternden Vorkommnisse in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung der deutschen Familie aus ihrem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946. Er wirft auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit sowie spätere Jahrzehnte bis heute.

Dem Schicksal der Deutschen, die später in Bremen und Umgebung eine zweite Heimat fanden, wird das der polnischen Familie gegenübergestellt, die ihrerseits 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostgebieten Polens nach Sibirien verschleppt wurde. Nach einer unglaublichen, sogar bis Kirgistan führenden Odyssee, bekam sie schließlich im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugesprochen. Das ehemalige Niederlinde heißt heute Platerówka und liegt 25 km von Görlitz entfernt.

Ein Film, der auch für die Debatte über aktuelle Flüchtlingsströme und Migrationsbewegungen von großer Bedeutung ist! Ein Film, der rein aus dem Blick der betroffenen Frauen Machtmissbrauch und Verletzung elementarer Menschenrechte bewegend veranschaulicht.

Nach den deutschen und polnischen Festivalpremieren erfolgte eine erste, sehr erfolgreiche bundesweite Kinoauswertung, die bei den Zuschauern und der Presse großen Anklang fand. Die Zuschauer reagieren mit großer Freude und Dankbarkeit auf den Film, der ein ruhiger und stiller ist und auf jede Gewaltdarstellung bewusst verzichtet. Der Film ist gefördert aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit sowie vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Er ist empfohlen vom Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften und der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Heidemarie von Vacano