Posaunenchor - im Lauf der Jahre

Wir sind sehr in Bewegung.

In den letzten beiden Jahren hatten wir regelmäßige Proben, wo wir vor allem ausprobieren mussten, was wir ohne Dirigenten, ohne professionelle Auswahl der Stücke, nach unseren Vorlieben, nach den Anforderungen des Kirchenjahres, spielen wollen und können. Weiter mussten wir uns eine Bewertungsform geben, wie zufrieden wir jeweils mit dem geprobten Stück waren und für welche Gelegenheit es sich eignen könnte. Und das alles im kommunikativen Austausch! Wenn keine/r Entscheidungsbefugnisse hat. Der Chor hat keine Leitungsperson – alle Leitungsaufgaben werden von Einzelnen wahrgenommen, jeder macht einen Teil – Kontakte zum Bezirk, Kontakte zum Pfarramt, Veröffentlichungen, Auswahl der Stücke, Zusammenstellung des Programms, Rhythmus vorgeben, Takt einzählen, geistliche Impulse, Terminverwaltung, Bewertung der Übungsstücke, offene Themen ansprechen, Gemeindehausschlüssel… Da müssen wir beweglich sein!

Wir spielen immer noch gerne zusammen.

In diesen Jahren haben wir die Unterstützung aus verschiedenen Chören im Kirchenbezirk als sehr motivierend erfahren: es war deutlich, dass wir eingebunden sind in die Posaunenarbeit im Kirchenbezirk mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Angefangen von gemeinsamen Proben, Unterstützung durch den Chorleiter eines anderen Chores, Beteiligung von anderen Bläsern an unseren Gottesdiensten im Freien, Teilnahme an den Chorproben eines anderen Chores. Wir haben alle Angebote ausprobiert, bewertet, und sind aktuell zu folgendem Schluss gekommen:

Wir spielen sehr gerne in konstanter Besetzung, freuen uns sehr auf regelmäßig mitspielende Bläser und brauchen die gemeinsamen Proben, weil wir gelernt haben, gut aufeinander zu hören – der Effekt, weil der bisherige Chorleiter schon seit Jahren ein Mitspieler war. Wir sind sehr interessiert daran, konstante Mitspieler zu haben – unser Spielen gelingt, wenn wir uns gegenseitig hören. Wir sind sehr konstant dabei.

Im Juni sind drei Mitglieder des Chores für langjähriges Spielen im Posaunenchor geehrt worden – zweimal für 40 Jahre und einmal für 25 Jahre. Die anderen Bläser sind zum Teil noch länger dabei. Es überrascht immer wieder, welch großen Anteil an inhaltlicher Lebenszeit der Posaunenchor einnimmt. Gleichzeitig haben wir erfahren, dass sich Bläserinnen kurzfristig verabschieden – Umzug, berufliche Bindung, familiäre Verpflichtung – und vielleicht auch eines Tages wiederkommen. Und wir erleben, dass sich der bisherige Chorleiter nach einer einjährigen Auszeit als Stammbläser wieder eingefunden hat. Und wir wünschen uns, dass Bläser in der Gemeinde sich trauen, sich zu uns zu gesellen.

Wir fragen uns zunehmend, was wir in der Gemeinde sein können. Ein durchgängiges Thema im „kommunikativen Austausch“ war die Häufigkeit der Termine, die wir haben wollen, die wir verkraften können, und der Wunsch, uns auch wieder an Gottesdiensten in der Kirche zu beteiligen. Dieser Wunsch ist auch immer wieder von Gemeindemitgliedern an uns herangetragen worden. In den vergangenen Jahren haben wir regelmäßig im Krankenhaus gespielt – immer mit überraschend positiver Resonanz – im Kleeblatt, und an allen Freiluftgottesdiensten, in der Adventszeit waren wir im Dorf mit adventlichen Liedern unterwegs. Und eigentlich immer mit positiven Erlebnissen. Wir trauen uns nun wieder, zunächst auch einzelne Gottesdienste in der Kirche mitzugestalten. Und werden beginnen mit dem Gottesdienst zum Reformationsfest!

Für den Posaunenchor – Elsbeth Majer