Pfarrstellenkürzungen im direkten Umfeld werden auch bei uns Spuren hinterlassen!

Mit dem Pfarrplan 2024 schreibt die Württembergische Landeskirche fest, welche Pfarrstellen bis 2024 bestehen bleiben und demzufolge auch, welche bis dahin zu streichen sind. Im Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz müssen bis 2024 3,5 Pfarrstellen gestrichen sein. Warum eigentlich?
Die Gründe sind vielfältig:

  • Wir werden immer weniger: Die Zahl der Gemeindeglieder nimmt seit Jahren ab.
  • Viele Menschen treten aus der Kirche aus: Jährlich verlassen etwa 30.000 Menschen unsere Landeskirche.
  • Der demographische Wandel macht sich bemerkbar: Es sterben mehr Gemeindeglieder als Kinder geboren werden, die dann auch evangelisch getauft werden.
  • In dem Maße wie die Gemeinden zahlenmäßig kleiner werden, müssen auch Pfarrstellen verringert werden.
  • Es gibt immer weniger junge Menschen und damit u. a. auch viel weniger Theologiestudenten. Im Verhältnis zu den in den Ruhestand gehenden Pfarrern sind die Zahlen deutlich zu gering.


Die Bezirkssynode hat Ende Februar nun folgendes Stellenverteilungskonzept beschlossen, das dann noch von der Landessynode verabschiedet werden muss. Hier sind aber keine Überraschungen mehr zu erwarten. Das sind die Änderungen, die bis 2024 umgesetzt sein müssen:

  • Die Pfarrstelle Nußdorf (100 %) wird aufgelöst. Nußdorf wird zukünftig von Eberdingen aus mit betreut.
  • In Vaihingen wird die Pfarrstelle West (50%) aufgehoben und die Stelle beim Dekan von 100 % auf 50 % reduziert.
  • Die Pfarrstelle Unterriexingen wird um 50 % gekürzt.
  • In Großsachsenheim wird die Pfarrstelle Nord (100 %) aufgehoben. Da Pfarrerin Schleyer 2019 in den Ruhestand geht, greift diese Änderung bereits im Sommer 2019.
  • Sie wird ein Stück weit aufgefangen dadurch, dass die Pfarrstelle Ochsenbach-Häfnerhaslach künftig, ebenso wie die Pfarrstelle Hohenhaslach nur noch mit je 75% versehen wird. Die Pfarrer von Ochsenbach-Häfnerhaslach und Hohenhaslach müssen dann jeweils mit 25% einen Seelsorgeauftrag in Großsachsenheim mitversehen.

Die Kirchengemeinde Kleinsachsenheim ist bis 2024 nicht von einer direkten Kürzung betroffen. Es bestand aber Einigkeit im Kirchengemeinderatsgremium, dass wir schon in den nächsten Jahren bereit sind, bei den anderen umliegenden Gemeinden Vertretungsdienste zu übernehmen, evtl. auch bestimmte schwerpunktmäßige Aufgabenfelder. Diese müssen in weiteren Beratungen noch herausgefunden werden. Darüber hinaus ist die Kirchengemeinde Kleinsachsenheim bereit, mit allen anderen Sachsenheimer Kirchengemeinden eine Gesamtkirchengemeinde auf dem Stadtgebiet Sachsenheim zu errichten. Dies ist ein Dachverband, in dem Aufgaben verbindlich geregelt werden können - auch über die eigenen Kirchengemeinden hinaus - und doch die Kirchengemeinden selbstständig bleiben können. Hier sind noch viele Gespräche nötig, um diese Gesamtkirchengemeinde auf den Weg zu bringen und mit Leben zu füllen.Als Kleinsachsenheimer Kirchengemeinderat ist es uns wichtig, in den nächsten Jahren die Beziehungen zu den Nachbargemeinden zu intensivieren. Dies kann ein Gewinn sein und bewahrt doch das eigene Ortsprofil. Wir sind uns sicher, dass wir nur im Miteinander die anstehenden Aufgaben regeln können, weil zu befürchten ist, dass zwischen 2024 und 2030 noch einmal Pfarrstellen abgebaut werden. Dann könnte auch Kleinsachsenheim direkt betroffen sein.Dankenswerterweise ist der Landessynode auch bewusst, dass sich den Strukturveränderungen in der Kirche nicht nur mit Pfarrstellenabbau beikommen lässt. Deswegen fördert sie innovative Handlungsfelder und neue Gemeindeaufbrüche mit insgesamt 10 Millionen Euro. Insgesamt gibt es pro Gemeinde max. 5000 €. Ein kleiner, aber hoffnungsvoller Blickwechsel, den wir auch für Kleinsachsenheim nutzen wollen zur Finanzierung der gemeinsamen Diakonenstelle mit der Kirchengemeinde Großsachsenheim.Pfarrer Friedemann Wenzke