HomeKontaktMenü

Pfarrer Wenzke wird am Sonntag, 11. Oktober 2009 im Festgottesdienst um 10 Uhr durch Dekan Leins in das Amt eingesetzt.
Zu diesem Gottesdienst laden wir Sie herzlich ein.



Liebe Gemeindeglieder von Kleinsachsenheim,


ich weiß nicht, was Ihre ersten Gedanken sind, wenn Sie das Bild von mir auf dieser Seite sehen.

Vielleicht hätten Sie ein Bild erwartet, das irgendwie mehr zum Ausdruck bringt, dass ich dort als ihr neuer Pfarrer abgebildet bin. So richtig standesgemäß mit Talar und Beffchen.

Keine Sorge, so werden Sie mich auch noch sehen.

Aber im Moment finde ich das abgedruckte Bild passender.


Es entstand im vergangenen Jahr während meines Sommerurlaubs in Schweden. Ich sitze in einem Boot und habe mich vom Ufer schon etwas entfernt. So erlebe ich mich in diesen Wochen des Abschiednehmens von den Kirchengemeinden Bubenorbis und Mainhardt.

Hier habe ich meine ersten Berufsjahre verbracht, konnte viele gute Erfahrungen machen und blicke auf eine erfüllte Zeit zurück.

Zahlreiche Menschen jeglichen Alters haben mir großes Vertrauen entgegengebracht. Tragfähige Beziehungen sind entstanden.

Nun aber gilt es Abschied zu nehmen und den Blick auf Neues zu richten.

Das neue Ufer ist schon zu sehen: Kleinsachsenheim.

Hier werde ich anlegen mit meinem Lebensboot. Noch bin ich nicht da, aber der Kurs ist schon ganz klar darauf ausgerichtet. Und es dauert nur noch bis Anfang Oktober, dann ist das Ufer erreicht.

Was mich dort erwartet? Für mich weithin unbekanntes Land. Ich spüre in mir Neugier und Entdeckungsdrang, gleichzeitig aber auch etwas Unsicherheit.

Aber wahrscheinlich sind diese Empfindungen bei Ihnen ganz ähnlich.


Was ist denn das nun für einer, der neue Pfarrer, auf den wir so lange gewartet haben?

Ich kann das hier nur mit ein paar Sätzen andeuten. Viel besser ist es, wenn wir uns in nächster Zeit kennen lernen.

Haben Sie einen Zollstock zu Hause? Dann wissen Sie schon mal wie groß ich bin. Sie denken vielleicht, das ist unwichtig, aber das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Deshalb gleich die Antwort vorweg.

Die zweithäufigste Frage, die vor allem junge Leute mir stellen ist: "Warum sind Sie denn Pfarrer geworden?"

Nun, in die Wiege gelegt worden ist mir das nicht. Klar, mein Großvater war Pfarrer, aber der Glaube an Gott lässt sich nicht vererben. Ursprünglich wollte ich nach dem Abitur ein Medizinstudium beginnen, habe aber vorher noch ein soziales Jahr im Diakonissenkrankenhaus Stuttgart in der OP-Abteilung absolviert. Hier habe ich stärker als bisher in meinem Leben erfahren, welche Hilfe, welche Kraft und auch welche Hoffnung in unserem Glauben liegt, gerade auch in schweren Lebenssituationen.

Weitere persönliche Erlebnisse im Glauben haben mich in den Pfarrberuf geführt und ich bin heute sehr dankbar dafür. Ich für mich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als Gottes gute Botschaft in dieser Welt und Zeit weitersagen zu dürfen.

Nach dem Studium in Tübingen und Heidelberg habe ich mein Vikariat im Dekanat Münsingen absolviert.

Dann folgten die ersten Berufsjahre in den Kirchengemeinden Bubenorbis und Mainhardt im Dekanat Schwäbisch Hall.

Bedingt durch die Altersstruktur dort lag mein Schwerpunkt in dieser Zeit auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Auf Kirchenbezirksebene konnte ich reichhaltigen Einblick in die ambulante Pflege durch die Diakonie und in die Konfirmandenarbeit bekommen.

In der Kirchengemeinde Kleinsachsenheim warten neue und teilweise auch andere Aufgaben auf mich. Ich bin froh, dass sobald mein Lebensboot dort angelegt hat, mit dem Kirchengemeinderatsgremium und einer großen Mitarbeiterschar viele Menschen am Ufer bereit stehen, die mir die ersten und dann auch weiteren Schritte auf dem neuen Land erleichtern werden.

Und ich bin all denen sehr dankbar, die während der Zeit der Vakatur dieses Land mit all ihren Kräften bearbeitet und gepflegt haben.

Am meisten aber macht mir Mut, wenn viele mit dafür beten, dass wir gute und gesegnete Jahre miteinander verleben dürfen.

Ich freue mich, bald bei Ihnen zu sein!


Es grüßt Sie herzlich

Friedemann Wenzke, Pfarrer