Vikar Matthias Baral: „Auf bald!"

Ich bin dann mal weg. Ab dem Jahreswechsel sehen wir uns bis zu den Osterferien 2017 nicht mehr – und wenn doch, dann bin ich nicht im Dienst; grüßen werde ich Sie trotzdem.

Grund für meine Abwesenheit ist zweierlei: Zum einen steht im Januar das zweite Examen an, dessen Bestehen Voraussetzung für die Aufnahme in den Pfarrdienst ist. Dies wird nicht so lange dauern. Einen sehr viel größeren Zeitraum nimmt ein Zweites ein. Es steht ein weiterer Ausbildungsabschnitt auf dem Weg zum Pfarrerdasein vor der Tür: die sogenannte „Ergänzung und Vertiefungsphase“ (E&V).

Hierbei soll ein Vikar ein zweimonatiges Praktikum außerhalb der dem Pfarrberuf üblichen Gemeindearbeit absolvieren. Die Möglichkeiten bei der Wahl eines solchen Praktikums sind vielfältig. So hat eine Vikarin, wie ich kürzlich erfahren habe, ihre E&V-Zeit bei einem Schäfer verbracht. Andere gehen in die Wirtschaft, die Politik, den Tourismus oder in die Industrie. Ziel eines solchen Praktikums ist es, andere Branchen kennenzulernen und Begegnungen zu ermöglichen, die es sonst nicht gäbe. Wir als angehende Pfarrer lernen die Lebens- und Geschäftswelt unserer Gemeindeglieder kennen und sehen, welchen Anforderungen sie in ihrem Arbeitsalltag ausgesetzt sind. Zugleich lernen diese Branchen angehende Pfarrer kennen und erfahren, wie deren christliche Sicht auf das jeweilige Berufsfeld aussieht.

Meine Wahl fiel auf den Journalismus. So werde ich bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ meine E&V-Phase verbringen und dort im Sport-Ressort das Praktikum absolvieren. Ich freue mich sehr, dass ich in einer solch großen Zeitung untergekommen bin. Zwar wäre es – gerade auch familiär – sinnvoller gewesen in einer Zeitung in der Nähe zu arbeiten, doch leider hat mir nur die „FAZ“ eine Zusage erteilt, wogegen regionalere Zeitungen nicht interessiert waren. Gespannt bin ich, was mich dort erwartet. Die journalistische Arbeit ist mir an und für sich nicht vertraut. Doch reizt mich die Arbeit dort. Zum einen ist das Sport-Ressort spannend nicht nur, weil ich ein interessierter Sportbeobachter bin, sondern auch, weil ethische Fragen, wie Doping oder immer höher werdende Gehälter und Finanzströme, immer dringlicher werden und hier die Theologie auch etwas zu sagen hat. Zum anderen finde ich die redaktionelle Arbeit interessant, die hinter den Kulissen stattfindet. Was ist eine Nachricht? Was lohnt es zu berichten? Wie wird eine Nachricht aufbereitet? Was interessiert den Leser oder die Öffentlichkeit? Ich erwarte, gerade in einem solchen renommierten Haus wie der „FAZ“, einige hilfreiche und fruchtbare Impulse für meine pfarramtliche Tätigkeit.

Danach werde ich auch wieder hier in die Gemeinde in Kleinsachsenheim zurückkommen, um das Vikariat abzuschließen und das zu werden, was ich seit meiner ersten Ausbildung erstrebe zu sein: Gemeindepfarrer und ein Familienvater, der häufiger zu Hause ist.

Auf bald!
Ihr Vikar Matthias Baral