Der KGR und ich...

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© B. Scheuermann

als Allererstes möchte ich mein Versprechen vom letzten Mal einlösen und Ihnen endlich verraten, wie es mit unserem Leitbild weitergeht. Wir haben einige Optionen durchgespielt und am Ende sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass unser Gemeindefest - ja das ist noch ein bisschen hin - der richtige Zeitpunkt für die Präsentation ist. Nach all der Arbeit, die wir in dieses Projekt gesteckt haben, darf es doch gerne ein etwas festlicherer Rahmen sein. Außerdem haben wir beim Gemeindefest so viele Gemeindemitglieder auf einmal zusammen wie sonst selten, also ist der Termin auch aus praktischen Gründen perfekt für diesen Anlass. Wir können unser Leitbild vielen Menschen auf einmal vorstellen, ohne dass ein extra Termin anfällt und wir haben viel Zeit, anschließend darüber ins Gespräch zu kommen und unsere Gedanken und Wünsche miteinander zu teilen. Ich freue mich schon darauf, und so ein halbes Jahr ist ja auch immer schneller vorbei, als einem lieb ist. Sie können sich den 8. Oktober ja schon einmal im Kalender vormerken. ;)

Des Weiteren bewegen uns im KGR im Moment zwei Themen, die evtl. größere strukturelle Veränderungen mit sich bringen und deshalb viele Gedanken und Diskussionen erfordern. Ein Punkt betrifft die Kindergartenarbeit. Im Dekanat Vaihingen an der Enz wird momentan darüber beraten, eine übergeordnete Stelle für die Trägerschaft der evangelischen Kindergärten im gesamten Kirchenbezirk zu schaffen. Dazu hatten wir in der Februarsitzung Besuch von Pfarrer Hofmann aus Großsachsenheim,
der uns die Überlegungen des Dekanats präsentierte und Fragen beantwortete.

Anlass dieser Planungen ist der stetig steigende Verwaltungsaufwand für die Pfarrer, Kirchenpfleger und KGR‘s, den die Kindergartenarbeit mit sich bringt. Deshalb wird darüber beraten, Verwaltungstätigkeiten gemeinschaftlich an eine zentrale Stelle zu delegieren. Eine Möglichkeit hierfür wäre die Schaffung einer Gesamtkirchengemeinde, der alle Kirchengemeinden im Bezirk angehören. Diese Vorstellung klingt erst einmal sehr befremdlich, denn man könnte vermuten, dass wir so unsere Eigenständigkeit aufgeben müssten. Dem wäre aber nicht so, da diese Gesamtkirchengemeinde einzig zum Zwecke einer gemeinsamen Trägerschaft der Kindergärten geschaffen würde. So bestünde die Chance zur Einrichtung einer Stelle, die den Verantwortlichen in den Ortsgemeinden viel an bürokratischer Verwaltungsarbeit abnehmen kann. Wird hierfür eine gute Lösung gefunden, wäre dies vor allem für die Pfarrer eine große Erleichterung. Die inhaltlich konzeptionelle Arbeit in den Kindergärten läge weiterhin in der Verantwortung der Kirchengemeinden vor Ort, die restliche Gemeindearbeit wäre von diesem „Konstrukt“ Gesamtkirchengemeinde nicht beeinflusst.

Das alles sind Überlegungen, die wir in nächster Zeit, z. B. bei unserem KGR-Samstag Mitte März, ausgiebig diskutieren müssen, um Chancen und Risiken abzuwägen, bevor wir über weitere Schritte in dieser Richtung beraten. Auch bei dem zweiten Thema geht es um Trägerschaft. Nachdem die Anstellung von Florian Binder als Jugendreferent im Sommer endet, hat der Förderverein entschieden, dass er nicht weiter als Anstellungsträger für zukünftige Jugendreferenten zur Verfügung steht. Diese Entscheidung hat sehr vielfältige Gründe, z. B., dass Anstellungen über Fördervereine untypisch und deshalb unattraktiver geworden sind, so dass es schwieriger wird, Bewerber zu finden. Nun sind wir daran, zu überlegen, welche alternativen Möglichkeiten hier in Betracht gezogen werden können.

Ein Modell, das an anderer Stelle im Bezirk schon erfolgreich umgesetzt wird, ist die Anstellung über den Kirchenbezirk, denn das bietet Bewerbern eine große Sicherheit. Es handelt sich hier aber eigentlich eher um eine formale Angelegenheit,
denn wir als Gemeinde sind weiterhin für die Finanzierung der Stelle verantwortlich. Ebenso liegt es auch in unserer Entscheidung, welche Arbeitsbereiche und Aufgaben der Jugendreferent hat. Inmitten dieser Überlegungen stehen natürlich auch Fragen wie: „Können und wollen wir langfristig eine Jugendreferenten-Stelle finanzieren?“, „Ist uns diese Stelle wichtig genug, um dafür so viel Geld auszugeben?“, „Ist ein Jugendreferent unnötiger Luxus?“. Die Antwort auf diese Fragen ist eng mit der Frage verbunden, welchen Stellenwert die Jugendarbeit in unserer Gemeinde hat und im Endeffekt damit, wie viele Menschen bereit sind, dieses Anliegen finanziell mitzutragen. Wie würden Sie diese Fragen beantworten?

Und nun möchte ich noch eine Frage beantworten, die Sie sich vielleicht gestellt haben, als Sie den Gemeindebrief aus dem Briefkasten geholt haben. „Was hat es mit diesem Riesen-Flyer auf sich?“ Ganz einfach... Er gehört zu unserem Jahres-Motto, das wir, in Anlehnung an die lutherischen Gedanken der vier Soli, erstellt haben. Falls Sie damit noch nichts anfangen können und noch etwas mehr dazu wissen möchten, müssen Sie noch einmal den letzten Gemeindebrief herauskramen, da finden Sie ein paar Erläuterungen dazu. Das Thema wird Ihnen über das Jahr auch in unterschiedlicher Weise an verschiedenen Stellen wieder über den Weg laufen. ;) Vielleicht findet der Flyer ja einen Platz an Ihrer Pinnwand und darf Sie als kleine Gedankenstütze durch das Jahr begleiten, denn ich vergesse allzu schnell, was es für mein persönliches Leben bedeutet, dass ich allein aus Gnade gerecht bin und allein der Glaube ausreicht, um vor Gott zu bestehen. Mein Aufbruchflyer hängt in der Küche, um mich immer wieder daran zu erinnern, dass der ein oder andere gedankliche und aktive Aufbruch nötig ist, um sich weiter zu entwickeln. Im persönlichen, wie auch in der Gemeinde. Ich freue mich, davon zu hören, wo Ihr Flyer seinen Platz findet und vielleicht auch, welcher Aufbruch für Sie ansteht.

In diesem Sinne, fröhliches Reformieren!

Herzliche Grüße aus dem KGR
Binia Scheuermann