Der KGR und ich ....

© B. Scheuermann

So, dieses Mal auch wieder mit ein paar Zeilen von mir. Beginnen möchte ich mit einer erfreulichen Sache. Sie haben es zwar schon im letzten Gemeindebrief gelesen, aber ich denke, ein paar Worte und eine persönliche Begrüßung dürfen trotzdem noch sein. Seit Januar ist unser Gremium wieder vollständig! Lange hatten wir einen unbesetzten Posten, deshalb freut es uns sehr, dass wir nun Jürgen Sinn als nachgewähltes Mitglied in unserer Runde begrüßen dürfen! Jürgen, schön dass du dich dieser Aufgabe stellst. Wohlwissend, dass sich gerade viel bewegt, in unserer Gemeinde große Projekte anstehen und auch darüber hinaus kleinere und größere Veränderungen auf uns warten. Ich wünsch‘ dir immer genug Energie für diese Aufgaben, viel Freude an der Arbeit im Gremium und dass du dich mit deinen Gaben und Talenten in unser Team einbringen kannst. Und natürlich Gottes Segen!

Leider konnten wir ihm keine behutsame Eingewöhnungsphase bieten, er wurde gleich mit jeder Menge Terminen überhäuft, denn die letzten Wochen waren sehr arbeitsreich, hatten wir doch einige Sondertermine.

Zum einen gab es ein erstes Treffen mit allen Sachsenheimer Kirchengemeinderäten, um sich unter der Moderation von Beratern vom Oberkirchenrat darüber zu informieren, was es mit dem Thema Gesamtkirchengemeinde (GKG) auf sich hat. Näheres dazu lesen Sie in dem gesonderten Artikel von Herrn Wenzke. Ob wir wollen oder nicht, wird es nötig sein, vorhandene Strukturen zu überdenken, denn aufgrund der Streichung von Pfarrstellen werden in absehbarer Zeit weniger personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Mit einer Gesamtkirchengemeinde könnte man eine Basis schaffen, die es langfristig ermöglichen kann, einzelne Bereiche zusammenzufassen und so effizienter zu arbeiten. Das mag sehr wirtschaftlich klingen, aber im Endeffekt geht es darum. Mit einer GKG haben wir die Chance, zu agieren statt nur zu reagieren.

Darüber hinaus finde ich allerdings auch den Gedanken schön, dass man den eigenen Horizont etwas weitet und über den Tellerrand blickt. Vielleicht schafft so eine GKG eine Verbundenheit mit den Glaubensgeschwistern außerhalb der eigenen Gemeinde, schließlich sind wir alle Teil der Gemeinde Christi. Ich würde mich darüber freuen!

Ein anderer Punkt, der auch ein Schritt in Richtung engere Vernetzung ist, bescherte uns ebenfalls eine Sondersitzung. Nachdem wir im letzten Jahr beschlossen hatten, nach der Auflösung des Fördervereins gemeinsam mit der Kirchengemeinde Großsachsenheim einen Diakon für Jugendarbeit anzustellen, mussten noch viele Dinge auf den Weg gebracht werden. Ein Team aus verschiedenen Leuten beider Gemeinden und dem Bezirksjugendreferenten bereiteten einen gemeinsamen Plan für die Gestaltung der gemeindeübergreifenden Stelle vor und erarbeiteten eine Stellenausschreibung. In den KGRs wurde parallel über den Stellenumfang, die Finanzierung etc. beraten. Sicherlich ist es ein mutiges Wagnis, vielleicht sogar ein risikoreiches, wenn man bedenkt, dass diese zukünftige Stelle zu größten Teilen aus Spendengeldern finanziert werden muss. Trotz mancher Ungewissheit und vielem Abwägen entschieden wir uns dafür, diesen Schritt zu gehen. Weil wir Hoffnung haben, dass die Schaffung dieser Projektstelle in beiden Kirchengemeinden die Jugendarbeit und somit dann auch die gesamte Gemeindearbeit bereichert. Und  weil wir hier eine Möglichkeit sehen, die Veränderungen, die der Pfarrplan mit sich bringen wird, aktiv mitzugestalten und erste gemeindeverbindende Projekte zu schaffen. Wir wollen mutig neue Schritte gehen, im Vertrauen darauf, dass Gott sich als unser Versorger erweist. Ich bin mir sicher, dass ihm mindestens genauso viel daran liegt, dass seine Gemeinde wachsen kann, wie uns. Wenn Ihr Herz ebenfalls dafür schlägt, freuen wir uns über Ihr Gebet für eine gute Besetzung der Stelle! Und vielleicht haben Sie ja auch die Möglichkeit, dieses Projekt finanziell zu unterstützen?

In den regulären Sitzungen im Februar und März hatten wir jeweils Gäste, die über die Arbeit mit Flüchtlingen berichtet haben. Da mittlerweile einige Flüchtlinge in Kleinsachsenheim leben und noch weitere in die neue Unterkunft „Zwischen den Wegen“ einziehen werden, haben wir uns gefragt, welchen Beitrag wir als Gemeinde leisten können, um diese Menschen in unserem Ort zu integrieren. Da wir hier natürlich nicht das Rad neu erfinden wollen, haben wir uns zwei Menschen eingeladen, die auf sehr unterschiedliche Art in der Asylarbeit aktiv sind. Beide schilderten Erfahrungen und Erlebnisse aus ihrer Arbeit.

Frau Gebre aus Kleinsachsenheim engagiert sich seit längerem im Arbeitskreis Asyl und bietet unter anderem in Zusammenarbeit mit dem TVG (Turn– und Sportverein Großsachsenheim) sportliche Angebote (Lauftreffs, Schwimmkurse, …) aber auch andere gemeinschaftliche Aktionen wie Kochen und Plätzchenbacken an.

Herr Morris, Missionar aus Hohenhaslach, hat dort einen Arbeitskreis gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Beziehungen zu den geflüchteten Menschen aufzubauen, gemeindliche Veranstaltungen zu organisieren und ihnen die frohe Botschaft von Jesus zu erzählen. Beide Ansätze sind sehr unterschiedlich, aber eines haben sie gemeinsam: Es geht hauptsächlich darum, Beziehungen aufzubauen und diesen Menschen zu helfen, sich hier in das „normale“ Leben zu integrieren. Denn wie oft geht uns dieser Satz allzu leicht über die Lippen, dass die Flüchtlinge, die hierher kommen, sich bitte integrieren mögen. Dabei sollten wir aber bedenken, dass das nur gelingen kann, wenn wir bereit sind, unsere „Türen“ zu öffnen und ihnen erst einmal die Chance geben, zu lernen, was unsere Kultur (und unseren Glauben) ausmacht, was hier bei uns denn „normal“ ist. Was bei beiden Gesprächen deutlich wurde: Das alles kann nur über persönliche Beziehungen funktionieren. Wenn man sich auf Augenhöhe begegnet. Vielleicht finden wir in unserer Gemeinde gemeinsam Wege, um aus diesen Fremden Freunde zu machen?! Wenn Sie Ideen haben und sich gerne in diesem Bereich einbringen möchten, dürfen Sie sich gerne bei uns melden!

Und jetzt am Ende meines Berichtes muss ich feststellen, dass auch alle meine Themen, die ich dieses Mal für Sie ausgewählt habe, eines gemeinsam haben. Irgendwie dreht sich alles um „Aufeinander Zugehen, Neues wagen und auch mal die eigene Komfortzone verlassen.“ Das mag manchmal unbequem sein, herausfordernd bestimmt, und sicher auch ab und zu etwas beängstigend. Aber ich bin mir sicher, dass in alldem am Ende mehr Chancen als Risiken stecken. Lassen Sie uns einfach mal mit kleinen Schrittchen anfangen. Geplant war dieser Bogen nicht, aber schön, wie sich manches zusammenfügt. :)

Herzliche Grüße aus dem KGR
Binia Scheuermann