Das Leben bricht sich Bahn

Ende Februar haben wir uns als Familie einen kleinen Traum erfüllt: Wir haben uns sechs frisch geschlüpfte Küken gekauft, einen Tag waren sie gerade alt. Zwei Generationen Hühner haben wir schon in den letzten acht Jahren in Kleinsachsenheim gehabt, aber sie waren immer schon zehn Wochen alt, als sie zu uns kamen. Nun steht also der alte Hasenstall meiner Frau bei uns in der Wohnung und wir können fast zuschauen, wie die Küken wachsen. Nicht nur für unsere drei Jungs eine wahre Freude. Manchmal nehmen wir sie in die Hand und wärmen sie. Man spürt förmlich, wie sich die Tiere nach anfänglicher Angst geborgen fühlen. Voller Leben sind sie, Neugierde und sich immer weiter entwickelnden Fähigkeiten. Das erste Ei werden sie uns allerdings wohl nicht zu Ostern legen …

Für mich ist dieses sich Bahn brechende Leben ein Bild für Ostern geworden. So ein Ei wirkt ja tot, aber beim Schlüpfen bricht das Küken die Schale und das Leben bricht sich Bahn. Mit klarer Zielrichtung und unaufhaltsam.

Genauso dürfen wir Ostern erleben. Es fängt klein an, aber es entwickelt eine ungeahnte Kraft. Paulus schreibt, dass Christus uns als Erster den Weg der Auferstehung gebahnt hat und ihm viele nachfolgen werden. Für mich ein ganz großer Trost, wo ich seit Jahresbeginn teilweise mehrmals wöchentlich Menschen beim Abschiednehmen auf dem Friedhof begleitet habe. Das Leben ist stärker als der Tod! Und wenn Jesus Christus den Tod besiegt hat, dann hat er doch auch die Kraft, in anderen Bereichen neues Leben zu schenken. Im Gemeindeleben, im eigenen geistlichen Leben, in der Ehe und Familie und ganz sicher auch in dem Lebensbereich, der Ihnen gerade Kummer und Sorgen bereitet.

Jesus, der die Kraft hat, von den Toten aufzuerstehen, der hat ganz gewiss auch die Kraft, mit unseren Nöten und Anliegen siegreich umzugehen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Gemeindepfarrer Friedemann Wenzke