KIRCHENWAHL- Sie haben die Wahl!

Am 1. Advent (1. Dezember 2019) wählen die rund zwei Millionen wahlberechtigten Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg neue Kirchengemeinderäte sowie eine neue Landessynode. „Es ist ein bewundernswertes Engagement, sich für sechs Jahre ehrenamtlich für eine kirchliche Leitungsaufgabe zur Verfügung zu stellen und eine besondere Weise, die Entwicklung der Landeskirche mitzubestimmen, so Landesbischof Frank Otfried July.

Etwa 10.000 Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte leiten die etwa 1244 Kirchengemeinden der Landeskirche zusammen mit ihrer Pfarrerin beziehungsweise ihrem Pfarrer. Und die 90 ebenfalls zu wählenden Landessynodalen bestimmen den Kurs der gesamten Kirche auf landeskirchlicher Ebene mit. Die kirchliche Wahl ist sichtbarer Ausdruck der demokratischen Struktur der Landeskirche. Dabei ist die württembergische Landeskirche die einzige Kirche in der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), die ihre Landessynode direkt wählt.

Wer darf sich wählen lassen?
Zur Wahl stellen können sich alle Mitglieder einer Kirchengemeinde, die am 1. Dezember 2019 das 18. Lebensjahr vollendet haben, die wahlberechtigt sind und die bereit sind, das für ihr Amt vorgesehene Gelübde abzulegen.

Wer darf wählen?
Alle Gemeindemitglieder sind wahlberechtigt, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben, geschäftsfähig sind und ihre Hauptwohnung im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben oder anderweitig zu dieser gehören. Die Wählerlisten werden voraussichtlich vom 28. Oktober bis 4. November 2019 öffentlich ausgelegt.

Wie viele Stimmen habe ich?

Für die Kirchengemeinderatswahl hat jede Wählerin und jeder Wähler so viele Stimmen, wie Kirchengemeinderäte zu wählen sind. Bei der Wahl zur Landessynode können je nach Größe des Wahlkreises zwei oder drei, in Stuttgart fünf Stimmen für Laien sowie eine oder zwei Stimmen für Theologen vergeben werden. Die Stimmen können gehäuft werden (kumulieren), wobei keinem Kandidaten mehr als zwei Stimmen gegeben werden können.

Wer darf Kandidaten und Kandidatinnen aufstellen?
Alle wahlberechtigten Mitglieder einer Gemeinde dürfen Wahlvorschläge mit Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Kandidatur bereit erklären, einreichen. Für einen Wahlvorschlag zur Ki rchengemeinderatswahl müssen diesen mindestens zehn Wahlberechtigte unter Angabe ihres Namens und ihrer Anschrift unterzeichnen. Diese Wahlvorschläge können voraussichtlich bis 25. Oktober 2019, 18 Uhr, beim Pfarramt eingereicht werden.

Wahlvorschläge für die Landessynode müssen voraussichtlich bis 4. Oktober 2019 beim Vorsitzenden des Vertrauensausschusses des Wahlkreises eingereicht werden. Für einen solchen Wahlvorschlag sind die Unterschriften von mindestens 20 Wahlberechtigten notwendig.

Die Einführung von Kirchengemeinderäten geht übrigens auf König Wilhelm I. zurück, der diese im Jahr 1851 genehmigte. Die Pfarrgemeinderäte sollten das kirchliche Leben pflegen, die kirchliche Ordnung wahren und die Interessen der Gemeinde bei der Besetzung von Pfarrstellen vertreten. Gewählt wurden sie von allen Männern der Pfarrgemeinde über 30 Jahren. Im Jahr 1887 wurden die Kirchengemeinden endgültig von den bürgerlichen Gemeinden getrennt und damit selbständig. 1854 wurden die Bezirkssynoden eingeführt, 1869 trat erstmals eine Landessynode zusammen. Sie wurde damals noch nicht direkt von den Mitgliedern der Landeskirche, sondern von den Bezirkssynoden gewählt. Ihre Aufgabe war zunächst die Beratung von Themen, die das Konsistorium – der damalige Oberkirchenrat – einbrachte. Ohne ihre Mitwirkung konnte kein kirchliches Gesetz erlassen werden. Erst ab 1888 konnte sie selbst Gesetze einbringen. Bis zum Ende der Monarchie 1918 mussten ihre Beschlüsse vom König bestätigt werden.

Es ist bisher Brauch, dass der bestehende Kirchengemeinderat sich Gedanken über künftige Mitglieder macht und dann diese Personen fragt, ob sie sich eine Mitarbeit in den kommenden sechs Jahren vorstellen können. Aber es ist auch möglich, sich selber oder aus den Reihen der Gemeindeglieder eine Person vorzuschlagen.

Wenn Sie sich also vorstellen könnten, in den Kirchengemeinderat sich wählen zu lassen oder eine andere Person aus der Gemeinde vorschlagen wollen, so sprechen Sie uns, also den Kirchengemeinderat, an. Wenn Sie noch nähere Informationen zu unserer Arbeit im KGR wissen wollen, so gilt das selbe.