Hochzeitsglück - Hochzeiten und Hochzeitsbräuche in der Zeit vor 1965

Herzliche Einladung am Donnerstag, den 17. Sept. um 14:30 Uhr ins Evang. Gemeindhaus Kleinsachsenheim zum Thema: Hochzeitsglück - Hochzeiten und Hochzeitsbräuche in der Zeit vor 1965 Nach der Coronapause beginnen wir wieder fröhlich mit dem Offenen Nachmittag und alle Interessierten sind herzlich eingeladen um 14:30 Uhr der Referentin Karole Schierle vom Glas- und Heimatmuseum in Wüstenrot zu lauschen, wie sie über Hochzeiten und Hochzeitsbräuche vor 1965berichtet.Eine Hochzeit war und ist bis heute ein großes und wichtiges Ereignis in einer Familie. Vor allem früher bildete sie den Höhepunkt und Abschluss einer Abfolge von Regeln, Riten und Verhandlungen, die nach einer genau festgelegten Reihenfolge eingehalten wurden. Mit Fotos werden die einzelnen Phasen einer Hochzeit dokumentiert. „Manches mutet aus heutiger Sicht sehr hart und fast unmenschlich an. Meist bestimmte nicht die Liebe, sondern die Herkunft und das Vermögen die Wahl des zukünftigen Ehepartners“, sagt Schierle. Haben die jungen Leute, früher hieß es „angebändelt“ und sind länger „miteinander gegangen“ und sie wollten – oder was öfter auch passierte, „mussten“ heiraten, begann ein eingespieltes und genau festgelegtes Prozedere, das Eltern überwachten. Fiel dies zufriedenstellend aus, kam es zum nächsten gesellschaftlichen Akt, dem „Heiratstag“ genannt, erklärt Schierle. Das war der Tag an dem vertraglich festgelegt wurde, was jede Seite in die zukünftige Ehe einbringt. Außerdem werden Begriffe wie „Brautschau“, „gefallene Braut“ oder „Morgensuppe“ erklärt. Bis weit in die 1920er-Jahre war das schwarze Brautkleid üblich. In Weiß zu heiraten war damals nur dem Adel vorbehalten. Ein Foto in der Ausstellung zeigt, wie die vereinbarte Mitgift der Braut kunstvoll auf große Leiterwagen gestapelt, mit Girlanden und Blumenkränzen verziert und an den neuen Wohnort befördert wurde. So konnten alle im Ort die Mitgift begutachten.Und natürlich sind die Gäste des Nachmittags am 17. September eingeladen, auch eigene Anekdoten aus der damaligen Zeit des Hochzeitsglücks zu erzählen. Heidemarie von Vacano