Die Pfarrfamilie zieht weiter – dankbar und mit Zuversicht

Sicher haben Sie es längst gehört oder aus der Presse erfahren. Wir verlassen als Familie Kleinsachsenheim. Elf gute und segensreiche Jahre liegen hinter uns. Elf Jahre durften wir mit Ihnen zusammen Gemeinde erleben, Gemeinde bauen, manchmal auch mit der Gemeinde oder einzelnen Gemeindegliedern mitleiden. Für uns ein großes Vorrecht. Danke für die gemeinsame Zeit!

In der Landeskirche ist es üblich, zwischen 8-12 Jahre auf einer Pfarrstelle zu verweilen. Mit elf Jahren sind wir am oberen Limit. Als Ehepaar war uns klar, dass wir einen Wechsel auch von der Entwicklung unserer Kinder abhängig machen müssen. Es erscheint sinnvoll, diesen durchzuführen, bevor die Kinder eine weiterführende Schule besuchen.

Vor einiger Zeit hat sich für uns eine Tür geöffnet. Mich erreichte eine Anfrage aus der bayrischen Landeskirche, ob ich zum September 2020 die geschäftsführende Stelle der Kreuzkirchengemeinde in Bayreuth antreten möchte. Ein Landeskirchenwechsel ist bisher nur bei sehr jungen Kollegen möglich, wozu ich nicht mehr zähle. Die Gespräche mit den Verantwortlichen der bayrischen Landeskirche verliefen aber alle unerwartet zielführend und zugleich wuchs in uns die innere Gewissheit, durch diese offene Tür zu gehen. Ich werde der erste Pfarrer sein, den die bayrische Landeskirche in diesem Dienstalter noch auf Lebenszeit übernimmt. Wir freuen uns auf die Stelle in Bayreuth, stammt doch meine Frau von dort und auch ich habe dort viele Freunde und Verwandte. Die Kreuzkirchengemeinde ist eine Innenstadtgemeinde mit 3700 Gemeindegliedern und noch einer zweiten 75 % Pfarrstelle. Schwerpunkte sind Gottesdienst und Seelsorge. Der Gottesdienstbesuch liegt an einem durchschnittlichen Sonntag bei 250 bis 300 Besuchern. Es gibt eine sehr große Zahl an Jungscharen, Jugend- und Erwachsenengruppen. Die Kreuzkirchengemeinde betreibt außerdem eine Tagespflege für betagte Menschen.

Wir verlassen Kleinsachsenheim zu einem Zeitpunkt, wo die Weichen für die Zukunft gut gestellt sind. Die Kirchenrenovierung wird bis dahin vermutlich abgeschlossen sein. Die Gesamtkirchengemeinde Sachsenheim ist gegründet und eine neue Person auf dieser Stelle kann mit neuen Ideen diesen Dachverband in Kooperation mit den anderen Kolleginnen und Kirchengemeinderatsgremien mit Leben füllen. Die zukünftige Struktur der Pfarrstelle Kleinsachsenheim ist geklärt und kann entsprechend ausgeschrieben werden. Und die Kirchengemeinde Kleinsachsenheim hat durch die Wahl am 1. Advent 2019 wieder ein motiviertes und geistliches Leitungsgremium bekommen.

Mir ist um die Zukunft der Kirchengemeinde Kleinsachsenheim nicht bange. Kleinsachsenheim hat eine starke Kirchengemeinde mit vielen engagierten Christen mit geistlichem Anliegen. Der Zusammenhalt ist da und zugleich Offenheit für Neues und für die Menschen. Ich habe hier vor Ort sehr wertvolle und für mich prägende Menschen kennengelernt. Und unsere Landeskirche hat viele gute Pfarrer, die in Zukunft hier segensreich wirken können.

Für uns als Familie ist bei aller Vorfreude auf das Neue auch Abschiedsschmerz da. Wir verlassen viel Vertrautes und müssen ganz neu anfangen. Auch die Kinder. Wir werden mit Kleinsachsenheim immer die Geburt und die ersten Jahre der Kindheit unserer drei Jungs verbinden. Und Sie haben mir als Pfarrer viel Vertrauen entgegengebracht bei einer Vielzahl von Begegnungen und an entscheidenden Lebensschwellen. Das war für mich immer ein Geschenk! Für dieses Vertrauen danke ich Ihnen außerordentlich!

Noch haben wir Zeit bis zu den Sommerferien. Diese Zeit gilt es weiter zu gestalten und dann gegen Ende Abschied zu nehmen. Es ist eine begrenzte Zeit, aber es kann für uns alle eine erfüllte Zeit sein. Nur Mut!

Ihr Gemeindepfarrer Friedemann Wenzke