„Zeltkirche“ - Einladende Gemeinde leben

Seit dem 1. Januar 2020 gibt es in Sachsenheim die Gesamtkirchengemeinde. Zwar ist nach wie vor jede Teilgemeinde eine selbständige Kirchengemeinde, aber es wurde so etwas wie ein gemeinsames Dach gegründet.

Im Sommer 2022 wird es mit dem Projekt „Zeltkirche“ ein erstes großes gemeinsames Projekt geben, das bereits jetzt durch die gemeinsame Vorbereitung Gemeinschaft ermöglicht.

Zunächst ein kurzer Blick in die Historie der Zeltkirche

Wurzeln der Zeltkirche findet man in der Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert, als Prediger, wie z. B. John Wesley, das Evangelium in Zelten bekannt machten. 1902 entstand die „Deutsche Zeltmission“. Schon damals hatte man den Eindruck, dass viele Menschen nicht mehr in die Kirche kommen. Deshalb müsse die Kirche zu den Menschen gehen. 1952 beschloss die Evangelische Landeskirche im Anschluss an den Stuttgarter Kirchentag in die „Zeltarbeit“ einzusteigen. Es wurde ein Zelt mit 1000 Sitzplätzen angeschafft, das Motto war „Kirche unterwegs“. Nachdem diese Aktion zunächst sehr erfolgreich war, ging die Anzahl der Besucher in den 90er-Jahren stark zurück. Seit 1999 wurde mit einem neuen Zelt und einem neuen Konzept versucht, eine alte Idee neu zu beleben. Es entstand die „Zeltkirche“. Das neue Zelt aus dem Jahr 1999 ist etwa 30 m lang, 20 m breit und 6 m hoch. Bei der freitragenden Konstruktion gibt es keine störenden Mittelmasten. Es können bis zu 450 Gäste auf gemütlichen Stühlen Platz finden. Ein Teppichboden und Bistro Tische sorgen für ein angenehmes Ambiente.

Welche Ziele verfolgt das Projekt „Zeltkirche“?

„Wir, das sind die Verantwortlichen der Landeskirche und die Mitarbeiter vor Ort, gehen davon aus, dass das Evangelium auch heute noch Menschen erreichen will und dass dieses Evangelium für Menschen zum Segen werden kann. Die Zeltkirche ist ein niederschwelliges Angebot Menschen anzusprechen und einzuladen. Die zwei Zeltwochen können wie ein Fest wahrgenommen werden. Die offene Atmosphäre ermöglicht unverkrampfte Begegnungen auf Augenhöhe. Die Gäste treffen auf Menschen, die zuhören können und auch Fragen und Zweifel aushalten. Das Evangelium wird verkündet und gelebt. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kirchengemeinden können ihre Gaben einbringen, örtliche Vereine und Organisationen werden nach Möglichkeit mit eingebunden. Menschen begegnen sich und Lebens- und Glaubensthemen stehen im Mittelpunkt. Man begegnet einander in wertschätzender Weise. Christen aus unterschiedlichen Konfessionen und Gemeinschaften arbeiten zusammen und lernen sich kennen. Die Gemeinschaft innerhalb der Kirchengemeinde vertieft sich durch das gemeinsame Arbeiten und Feiern, anderen Kirchengemeinden und Konfessionen kommt man näher. Man kann sowohl als Einzelner als auch als Gemeinde aus dieser Zeit Impulse und Anregungen für die Zukunft mitnehmen.

Wie kann das alles praktisch aussehen?

Das Zeltkirchenzelt ist für zwei Wochen in der Gemeinde aufgebaut, bei uns vermutlich auf dem Wiesengelände vor Hohenhaslach. Es kann tagsüber Veranstaltungen geben, vor allem aber begegnet man sich am Abend. Man kommt an und kann im Bistro schon etwas trinken. Der Abend wird mit einem Musikstück eröffnet. Vereine können sich präsentieren, es gibt einen Kreativteil mit Theater, einem Interview oder einem Video. Es gibt einen Vortrag und auch Musik. Jeder Abend steht unter einem bestimmten Thema. Danach werden die Gäste bewirtet und es ist Zeit für Begegnung und Gemeinschaft. An mindestens einem Abend wird auch angeboten, dass Gäste ihr Leben Jesus Christus anvertrauen können.

Eine wichtige Rolle spielt der Zeltkirchenpfarrer, das ist seit 2014 Thomas Wingert.
Auch in unserer Region gab es in den vergangenen Jahren schon das Angebot der Zeltkirche, so in Erligheim (2001), Walheim (2002), Hessigheim (2007) und Mundelsheim (2013).“

Über den aktuellen Stand der Vorbereitungen berichtet nun Freddy Rudolph:

Wir befinden uns derzeit noch in der frühen Vorbereitungsphase. Im letzten Jahr wurde ein sogenanntes Kernteam mit Mitgliedern aus den verschiedenen Kirchengemeinden gebildet, das die Koordination und Rahmenplanung übernimmt. Aus Kleinsachsenheim dabei sind derzeit Melanie Hennige, Monika Kammerer, Tobias Scheuermann und ich. Leiter des Kernteams ist Ulrich Hirsch aus Spielberg.

Zum ersten Treffen des Kernteams war auch der Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert anwesend und hat die Moderation übernommen. Wir haben die Arbeitsweise und Konzeption der Zeltkirchenarbeit kennengelernt und eine Einführung in die verschiedenen Planungsphasen erhalten. Erste Ideen für das Programm wurden gesammelt. Auch haben wir uns auf einen Termin geeinigt: 10. bis 24. Juli 2022.

Das Ereignis mag auf den ersten Blick noch in weiter Ferne liegen, aber ein früher Start der Vorbereitungen ist wichtig. Zum einen sind natürlich bekannte Referenten und Künstler meist langfristig ausgebucht und müssen früh angefragt werden. Zum anderen soll die Zeltkirche ja nicht auf den Schultern einiger Weniger liegen, sondern möglichst viele Menschen aus unseren Gemeinden in die Mitarbeit und Mitgestaltung einbeziehen. Das erfordert aber eine frühe Kommunikation und Vorbereitung in allen beteiligten Gemeinden.

Das Ganze soll nicht nur ein kurzes Spektakel bleiben, sondern nachhaltig wirken. Menschen sollen für ein Leben mit Christus gewonnen werden. Andere wiederum sollen in ihrem geistlichen Leben gestärkt werden. Insofern geht es bei der Mitarbeit nicht „nur“ um praktische und organisatorische Aspekte, sondern auch um eine Vorbereitung jedes Einzelnen, die tief in unserem Herzen ansetzt.

Die Zeltkirche bietet Berührungsfläche zwischen Christen, aber eben auch zu Menschen, die dem Glauben noch fern stehen, beziehungsweise auf der Suche sind. Dies funktioniert aber nur, wenn wir uns unseres Auftrags bewusst werden, den uns Christus gegeben hat (Matthäus 28, 18-20), wenn wir uns dem Anderen wertschätzend zuwenden, ihn wahrnehmen und dort „abholen“, wo er steht. Wir können die vor uns liegende Vorbereitungszeit eben auch nutzen, uns darin einzuüben, freier und fröhlicher über unseren Glauben an Christus zu sprechen.

Auch die Zeit nach der Zeltkirche müssen wir in dieser Vorbereitungsphase im Auge behalten, indem wir Strukturen schaffen oder ausbauen, in denen Interessierte aufgenommen und in unsere Gemeinschaft eingebunden werden können. Ich denke hier an Gesprächs- und Hauskreise, Alphakurse, aber auch an alle anderen Arbeitsbereiche unserer Gemeinde.

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten hier zunehmend konkret über den Planungsfortschritt und die anstehenden Aufgaben berichten.

Bitte schließen Sie die Zeltkirche in Ihr Gebet ein. Gerne willkommen sind auch Ideen und Anregungen aus der Gemeinde und ihren Arbeitsbereichen. Kommen Sie doch einfach auf eine der oben genannten Person oder eine Persson aus dem Kirchengemeinderat zu.