„Mein erstes Jahr im Kirchengemeinderat „

Meinen Namen – Doris Beutelschieß-Nitschke- haben Sie vielleicht im vergangenen Jahr auf so manchen Schreiben und auch Artikeln im Gemeindebrief gelesen und mich auch in Gottesdiensten kennengelernt. Bereits im letzten Gemeindebrief habe ich von mir und meinen Aufgaben im Kirchengemeinderat berichtet. Als Vorsitzende des Kirchengemeinderates sind meine Aufgaben doch sehr umfangreich und breit gestreut. Vor allem jetzt in der Zeit der Vakatur sind diese gewachsen und zu der ursprünglichen Vertretung in der Bezirkssynode, Verwaltungsausschuss, Verbindungsperson zum Bibellesetreff, Besuchsdienst und zum Frauentreff „Pusteblume“ , ist hauptsächlich die organisatorische Vertretung und der Kontakt zum Dekanat , nach Großsachsenheim und zu den weiteren Gemeinden der Gesamtkirchengemeinde hinzu gekommen. So versuche ich für alle ein offenes Ohr zu haben und auch die Verbundenheit miteinander zu unterstützen und fördern.

Es war ein sehr bewegtes Jahr im Kirchengemeinderat, das vor allem geprägt durch die Renovierung der Kirche, dem Abschied von Familie Wenzke, vielen Einschränkungen und Entscheidungen durch die Corona Pandemie, die Pfarrstellenbesetzung und auch persönliche Erlebnisse war. Es bedeutete abreißen - neu aufbauen, Abschied nehmen - Willkommen heißen, absagen – neues gestalten. Dabei durfte ich immer wieder von neuem erfahren, wie Gott durch diese Zeiten führt und welche Möglichkeiten uns neu aufgetan wurden. Sie haben mir meine Grenzen gezeigt, mich aber auch zum Staunen und Danken über Gottes große Güte und Gnade gebracht.

Als ein Wunder habe ich die Mitarbeit von so vielen Helfern und auch die finanzielle Unterstützung bei der Kirchenrenovierung erlebt, so wurde deutlich: unsere Kirche liegt vielen Menschen am Herzen und wir dürfen uns darin wohl fühlen und noch viele Menschen werden ihren Platz darin finden.

Gerade auch die Gottesdienste sind mir noch wichtiger geworden, ob im Grünen, auf dem Parkplatz, im Gemeindehaus, am Fernseher oder PC und jetzt wieder in unserer Kirche, sie wurden zum Mittelpunkt der Gemeinde. Es ist uns im Gremium schwer gefallen, dass keine Gruppen und Kreise mehr stattfinden konnten und deshalb auch keine Begegnungen mehr möglich waren. Doch wurden uns neue Wege und Möglichkeiten geschenkt, Gemeinde zu erleben, gerade wenn wir unter anderem an den Passionsweg und die Stationen im Grünen denken. Daraus konnte ich immer wieder neue Kraft schöpfen und habe mich über die unterschiedlichen Angebote und die Besucher gefreut. Unsere Gemeinde bleibt miteinander weiter lebendig, dessen bin ich mir sicher und ich bin schon gespannt auf unsere erste große Veranstaltung, die für uns zum Fest werden darf und alle weiteren Veranstaltungen und Begegnungen.

Auch die Wahl unseres neuen Pfarrers hat mich zum Staunen gebracht, wie Gott ruft und beruft.

Wir können uns auf unseren Herrn verlassen, auch wenn manches unmöglich scheint. So freue ich mich jetzt schon auf die gemeinsame Zeit mit Pfarrer Treiber und der ganzen Gemeinde und bin gespannt, was wir miteinander erleben dürfen.

Es macht auch neuen Mut, dass wir 2 Studenten für unsere Jungschargruppen gewinnen konnten, die bereits jetzt schon voll in Aktion sind und den Kindern jede Woche persönlich ihr Jungscharpaket nach Hause bringen, als Ersatz für Gruppenstunden, die zur Zeit leider nicht möglich sind.

Im Kirchengemeinderat hätten wir so gerne mehr persönlich und miteinander gearbeitet, uns ausgetauscht, Neues entwickelt und gestaltet, doch konnten wir uns oft nur online am PC treffen, was auch eine neue Erfahrung für uns war.

Obwohl uns dieses vergangene Jahr durch Höhen und Tiefen geführt hat, hat es unser Gremium noch intensiver miteinander verbunden und wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können und dass wir einen Mittelpunkt haben, Jesus Christus.

So hat mich diese Zeit auch zum Nachdenken gebracht und ich habe Folgendes gelesen, das ich gerne weitergeben möchte und vielleicht ist es anderen teilweise genauso ergangen:
Das kennen Sie sicher auch? Wenn das Leben eine unerwartete Richtung nimmt, sehen wir uns nicht selten stürmischen Zeiten gegenüber. Manchmal ziehen dunkle Wolken am Horizont auf oder sie brechen wie ein Orkan in unser Leben hinein. Sie holen uns aus unserem gewohnten Alltag und machen uns bewusst, dass der Wind sich schneller drehen kann oder länger bläst, als uns lieb ist.

Doch diese Zeiten gehören auch zu unserem Leben, zu ihrem und zu meinem und da ist es gut zu wissen was uns Halt und Kraft gibt, wer unser Anker ist und woran wir uns orientieren können. Es ist Gottes Versprechen und Zusage, dass ER uns hält und begleitet und mit uns geht. So wünsche ich für uns alle, dass wir auch in Zukunft die guten und stürmischen Tage aus seiner Hand nehmen und mit ihm hoffnungsvoll weiter gehen können.

Doris Beutelschieß-Nitschke