Der KGR und ich ....

© B. Scheuermann

Bestimmt haben Sie im letzten Gemeindebrief gelesen, dass wir Hochwasser in den Jugendräumen hatten, vielleicht haben Sie sich sogar schon selbst ein Bild davon gemacht, wie es dort nun aussieht. Ohne Boden, ohne Möbel, alles kahl und leer.  Bei unserer letzten Sitzung vor der Sommerpause haben wir im Juli beratschlagt, wie es mit der Beseitigung der Schäden voran gehen soll. Einen großen Teil (abzüglich der Selbstbeteiligung) übernimmt die Versicherung, so dass der beschädigte Boden ersetzt werden kann. Doch damit ist es lange nicht getan. Die Renovierung der Jugendräume liegt nun ziemlich genau neun Jahre zurück. Eine Zeit, die nicht spurlos an den Räumen vorbei gegangen sind. Jahre, in denen sie „der Jugend“ als Wohnzimmer gedient haben, in dem gelacht, gelebt, gefeiert, gesungen, gegessen, gepredigt und manchmal sogar geschlafen wurde.

Die Macken an den Wänden, abgegriffenen Stellen, Flecken, erzählen ihre Geschichten, auch wenn in den letzten Monaten das Leben in den Kellerräumen weniger wurde. Man hätte die Frage stellen können, lohnt es sich denn überhaupt alles wieder herzurichten, wenn die Räume nur noch selten genutzt werden. Man hätte auch fragen können, ob es nicht sinnvoller gewesen wären, das Geld in andere Projekte zu stecken. Vermutlich sogar zu Recht. Aber ich bin froh, dass niemand diese Frage gestellt hat! Ich bin froh, dass wir uns im KGR dafür entschieden haben, nicht nur den Boden wieder in die Ursprungsform zu bringen, sondern auch im letzten Raum, der bisher ausgespart geblieben ist, einen Holzboden verlegen zu lassen. Und dass wir entschieden haben, die Gelegenheit zu ergreifen und auch gleich die Wände neu zu streichen; in Eigenleistung zwar, aber dennoch braucht es die Bereitschaft die Materialen zu bezahlen und freiwillige Helfer zu suchen. Ich bin froh, weil es mir zeigt, dass es in unserer Gemeinde um einen weiteren Horizont geht. Man nicht nur auf das Momentane blickt, sondern auf das Kommende vertraut. Es zeigt mir, dass hier Menschen sind, die davon überzeugt sind, dass Gott sein Reich bauen wird, dass seine Kirche nicht sterben wird. Hier sind Menschen, die in die Zukunft investieren, auch wenn es noch Zukunft ist. Menschen, die sich nicht zufrieden geben mit dem, was ist, die nicht resignieren, sondern, die mutig nach vorne blicken und im Vertrauen auf Gott handeln.

Ich bin froh in einer Gemeinde zu sein, der es wert ist, in die Jugend zu investieren. Auch wenn es gerade nur ein kleiner Haufen ist. Auch wenn man das Geld anderswo verwenden könnte. Mir macht das Hoffnung! Es ermutigt. Da wo man vielleicht manchmal den Blick für das große Ganze verloren hat, kann uns das Gottvertrauen unsere Glaubensgeschwister wieder anstecken. Gemeinsam glaubt es sich ein bisschen leichter. Gemeinsam träumt es sich größer.

Ich wünsche mir, dass das immer mehr zu unserer Kultur wird. Nicht (nur) zu fragen, lohnt sich das? Ist das sinnvoll? Sondern danach zu fragen, wo Gottes Wege uns hin führen. Was seine Pläne sind. Eines ist sicher, seine Gedanken sind größer als unsere! Und so ist das Projekt Gemeindehauskeller (für mich) zu einem TROTZDEM geworden, ein Zeichen dafür, dass wir vertrauen, auch wenn wir noch nicht sehen.

Es war an sich keine große Sache. Ein paar Eimer Farbe zu bestellen, die nötigen Arbeiten zu planen; für mich Alltagsgeschäft. Dank der vielen fleißigen Helfern war das Streichen schnell erledigt. Und doch war es mehr.  Die frisch gestrichenen Wände sind das Symbol, dass wir bereit sind, für das was kommt, dass wir bereit sind, mutig vorwärts zu gehen und dass wir erwarten, dass Gott seine Versprechen erfüllt. An dieser Stelle vielen Dank an das Gremium, dass diese Entscheidung so getroffen hat. Und natürlich den größten Dank an alle die abgeklebt, geschliffen, gepinselt, lackiert, geschraubt und geputzt haben. Wir hatten trotz der Ferien und der eher kurzfristigen Planung so viele Helfer, dass wir deutlich mehr schaffen konnten, als wir uns ursprünglich erhofft hatten. So haben nun alle Räume samt Flur einen neuen Anstrich bekommen. Herzlichen Dank auch an diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass keiner die Baustelle hungrig verlassen musste und dass neben Muskelkraft auch die finanziellen Mittel für die Renovierung da waren.

Nun fehlt noch der Boden, der durch die Sanierungsfirma verlegt wird, bevor dann die Möbel (welche das Hochwasser überstanden haben) und anschließend hoffentlich viele Jugendliche in die Räume einziehen können.

Verglichen mit der Kirchenrenovierung war diese Aktion nur ein winziges Projekt, aber zu sehen, wie reibungslos alles funktioniert hat, wie viele Helfer da waren und wie bereitwillig jeder sich nach seinen Möglichkeiten eingebracht hat, lässt mich sehr hoffnungsvoll Richtung Kirchenrenovierung blicken. Auch hier werden die Bauarbeiten ein Zeichen dafür sein, dass unsere Gemeinde Gemeinde bauen will. Im Vertrauen auf einen großen Gott mit großen Plänen.

Ein Zitat von Peter Kuznic bringt es schön auf den Punkt: Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.

Lassen Sie uns tanzen. Oder renovieren...

Herzliche Grüße aus dem KGR,