Der KGR und ich ....

© B. Scheuermann

Zwei reguläre KGR-Sitzungen, eine Sondersitzung und die erste Sitzung im Gesamtkirchengemeinderat liegen hinter uns. Wer gedacht hat, dass wir langsam ins neue Jahr starten, hat sich getäuscht. Eine Schonfrist für unsere neuen KGR´ler gab es nicht.

Gleich in der Januarsitzung war die Tagesordnungsliste gut gefüllt. Nachdem wir vieles Organisatorisches geklärt hatten (wann finden unsere Sitzungen künftig statt, wie laufen sie ab und wer kümmert sich eigentlich um die Andachten zu Beginn unserer Sitzung), wurden gleich die ersten Pöstchen verteilt. Die Aufgabe einen Protokollanten zu finden, war da noch die einfachere (danke Markus!), bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden stieg die Spannung etwas. Dass unser letzter Vorsitzender große Fußstapfen hinterlassen hatte, war allen klar! Dass es kaum gelingen wird, diese auszufüllen, ebenso klar. Umso mehr freuen wir uns, dass sich Doris Beutelschieß-Nitschke, nachdem sie von Mehreren aus der Runde vorgeschlagen wurde, bereit erklärte, sich als Vorsitzende zur Wahl zu stellen. Sie tritt diesen Posten nun nicht nur mit 10 Ja-Stimmen, sondern auch mit der Zusage, dass das gesamte Team sie nach Kräften unterstützen wird, an. Auch wenn sie noch ein KGR-Neuling ist, bringt sie durch ihre langjährige Arbeit im Jugendwerk, und allen damit verbunden Aufgaben im Bezirk, jede Menge Erfahrung mit, die unser Gremium bereichern und voranbringen wird.

Anschließend verteilten wir dann noch Aufgaben in den unterschiedlichen Ausschüssen in unserer Gemeinde und im Bezirk. Mit der Festlegung von Gottesdienstplan, Liturgendiensten, Opferzwecken, dem Beschluss zur Weiterbeschäftigung der Studenten in der Jugendarbeit und Themen aus der Gesamtkirchengemeinde, stiegen wir dann direkt in das KGR-Tagesgeschäft ein. Nach ca. 3 ½ Stunden Sitzung waren die Neu-KGRs zum Glück nicht direkt wieder abgeschreckt, ihr Fazit zum ersten Abend lautete: „Wir kommen wieder!“ ;)

Das sagen oder denken sich glücklicherweise auch viele der fleißigen Helfer auf unserer Kirchenbaustelle. Es ist kaum zu fassen, wie unglaublich viel dort in den letzten Wochen geleistet wurde. Haben Sie einmal einen Blick in die Kirche geworfen? Sie ist kaum wieder zu erkennen. Die Rückbauarbeiten waren erfolgreich, tonnenweise Bauschutt und Erdaushub wurde bewegt, im Gegenzug beförderten wir jede Menge Stahl und Beton in die Kirche, um den neuen Heizkanal anzufertigen. Möglich nur durch die unzähligen Hände, die Woche für Woche mit anpacken! Dieser Einsatz ist doppelt wertvoll. Zum einen senken diese Eigenleistungen unsere Bausumme, da für diese Arbeiten keine Handwerker beauftragt werden müssen, zum anderen bringt uns jede geleistete Stunde einen Zuschuss der Landeskirche. Mit 15 € pro Stunde, bei mittlerweile weit über 800 Stunden, kommt da schon jetzt eine stolze Summe zusammen.

Wir können gar nicht genug DANKE sagen! Es ist ein großes Geschenk Teil einer Gemeinde zu sein, die so tatkräftig mit anpackt. Und zwar nicht nur im wortwörtlichen Sinn, sondern auch wenn es um die Versorgung der Baustellencrew, die finanzielle Unterstützung und nicht zuletzt die treue Begleitung im Gebet, geht. Diese Renovierung ist von vielen kleineren und größeren Wundern begleitet und ich bin mir sicher, dass sie uns in vielfältiger Weise zum Segen wird. Einer davon ist auf jeden Fall die tolle Atmosphäre und das erfrischende miteinander Arbeiten auf der Baustelle, Jung und Alt, Hand in Hand. Auch wenn es anstrengend oder staubig wird, blickt man immer in fröhliche Gesichter. Es wird gelacht, geschwätzt und geschafft. Da wird „Gemeinde bauen“ so richtig greifbar. Nicht hochtheologisch, sondern nah, echt und praktisch. Gemeinschaft wie sie nicht lebendiger sein könnte. Jeder bringt seine Gaben ein, tut was er kann, wo er an seine Grenzen kommt, steht jemand bereit um mit anzupacken, zu helfen, zu unterstützen. Für jeden gibt es ein Plätzchen, eine Aufgabe. Sich so ganz anders, so unkompliziert zu begegnen, auch wenn man sonst nie einen Berührungspunkt hätte, voneinander, miteinander lernen, wachsen, (er)schaffen, Gottesdienst mit unseren Händen! (Es lohnt sich, auch einmal mit dabei zu sein! Aber Vorsicht, es könnte richtig Spaß machen…)

Ich hoffe sehr, dass unsere Gemeinde sich diesen Geist erhalten kann, dass wir ihn weiter kultivieren und uns an seinen Früchten freuen können, auch wenn das Projekt Renovierung beendet sein wird.
Ein weiterer Segen ist es zu wissen, dass wir viele Fachleute an unserer Seite haben, die diese Renovierung nicht nur als Projekt oder Auftrag betrachten, sondern denen es ebenso wie uns darum geht, mit Sachverstand und Leidenschaft gute Lösungen für eine Kirche zu finden, die lebendige Gemeinschaft fördert. Denn neben all dem praktischen Tun stehen für uns im KGR und besonders im Bauausschuss momentan natürlich auch viele Gespräche mit Handwerkern, Planern von Firmen und den Architekten an. Es wird immer konkreter. Details werden besprochen und wichtige Entscheidungen getroffen. Wer schon einmal ein Haus gebaut oder saniert hat, kann abschätzen, was da so alles auf dem Programm steht. Nachdem die grundlegenden technischen Fragen wie Heizung, Sanitär, etc. weitestgehend geklärt sind, dreht sich im Moment vieles um die Innengestaltung. Decke, Wände, Boden, Stühle, Türen, Lampen... Hier braucht es ist viel Weisheit, denn es geht dabei nicht in erster Linie darum, was wir wollen, sondern darum, die besten Entscheidungen für unsere Gemeinde, also für uns alle, zu treffen. Zum Glück ist unsere Weisheit nicht das Ende der Fahnenstange und wir dürfen diese Entscheidungen immer wieder getrost in die Hände des wahren „Bauherren“ legen.
Vielen Dank wenn Sie uns und die Renovierung in Ihre Gebete einschließen!

Und wie gesagt, kommen Sie einmal auf der Baustelle vorbei, lassen Sie sich von dem geschäftigen Miteinander inspirieren, wir finden auch für Sie das passende Werkzeug!

Mit tatkräftigen Grüßen aus dem KGR ;)
Binia Scheuermann