Geistlichen Impuls

Glühe!

Eine Glühbirne saß im Geschäft brav auf ihrem Regal. Sie sah die Leute durch die Leuchten-Abteilung irren. Hier leuchtet viel und es war schwer das richtige Licht zu finden. Wer würde sie wohl mitnehmen? Wer würde sie endlich unter Strom setzen, damit sie tun konnte, wozu sie bestimmt war: Glühen und Leuchten?

Eines Tages kam ein Leuchtturmwärter in die Leuchten-Abteilung. Die Glühbirne wünschte sich, winken oder ohne Strom leuchten zu können, damit sie zwischen all den anderen Glühbirnen auffallen würde, die stumm und blind im Regal warteten. In einem Leuchtturm leuchten, das war ihr Lebenstraum! Schiffe lotsen! Das wäre unglaublich wichtig. Sie wäre unglaublich wichtig! Aber sie konnte nicht winken, nicht glühen ohne Strom, sie konnte von sich aus nichts tun. Der Leuchtturmwärter schlenderte an den Regalen entlang, dann sah er die Glühbirne an. Ganz tief. Als wüsste er, was sie dachte. Die Glühbirne konnte ihr Glück nicht fassen, als er sie wählte. Schon allein aus Dankbarkeit wollte sie jetzt leuchten – für Schiffe. Ganz hell! So nahm sie es sich vor.

Der Leuchtturmwärter brachte sie zum Leuchtturm. Im Inneren sah sich die Glühbirne um: Eine große Wendeltreppe führte nach oben zur Spitze. Da, wo sie leuchten würde für die Schiffe. Sie konnte keine Freudenträne verdrücken, aber ihre Glühdrähte vibrierten im Angesicht ihres nahen Lebensglücks. Doch es ging in den Keller. Sie wollte schreien, als der Leuchtturmwärter sie im Keller in eine runzlige, alte Fassung  schraubte. Ihr Gewinde quietschte vor Traurigkeit.

Da schrie sie den alten Leuchtturmwärter an: „Nein, nein, nein, ich will doch oben für die großen Schiffe leuchten!“ Der Leuchtturmwärter war ganz verwundert: „ Ich dachte du würdest hier unten leuchten, für mich? Sonst finde ich doch meine Vorräte nicht…! Und wenn ich meine Vorräte nicht finde, dann muss ich ja verhungern“, schmunzelte er. „ Und dann?“ fragte die Glühbirne. „ Dann kann ich dich nicht mehr einschalten.“ Die Glühbirne wurde nachdenklich. „ Aber kann nicht eine andere Birne für mich hier leuchten? Und ich leuchte dann oben?“ Da fragte der Leuchtturmwärter: „Warum glaubst du, dass es wichtiger ist, oben für Schiffe zu leuchten, als hier unten für mich?“

Was hat eine Glühbirne in einem Leuchtturm nur mit der Advents- und Weihnachtszeit zu tun, das fragen Sie sich bestimmt?

In diesen Monaten leuchten viele Lichter und Kerzen und dazu brauchen wir Leuchtmittel, damit es hell wird in der jetzt doch so dunklen Zeit. Helligkeit verströmt Wärme, Zuversicht, Hoffnung und sie begleitet uns von der Adventszeit bis zur Weihnachtszeit.

Da denke ich an Jesus, er wurde als großer König vom Volk erwartet und wurde doch als kleines Kind in der Krippe in einem Stall geboren. Wie wichtig das für uns ist, dass er selbst Mensch geworden ist und unter den Menschen lebte, ihnen diente, für sie gelitten hat und uns erlöst hat, durch seinen Tod an Ostern.

Nicht das große Licht, das über allem leuchtet ist wichtig, sondern das Licht, das oft im Verborgenen dunkle Stellen und Herzen hellt macht und ihnen wieder Sinn und Hoffnung schenkt.

Besonders auch jetzt in dieser doch so für alle herausfordernden Zeit, wo  viele Angst haben, einsam sind, zweifeln wie es weitergehen wird, keinen Sinn mehr sehen, unsicher sind und trauern.  Gerade da möchte uns das Licht um Jesus neuen Mut, Hoffnung und Helligkeit schenken. Das Weihnachtslied : Stern über Bethlehem erzählt uns von dem Licht, das uns zur Krippe bringt, uns dort staunen und dankbar werden lässt. Er begleitet uns auch wieder zurück in den Alltag und lässt uns diese  Freude an andere austeilen und froh werden, sodass er auch über unserem Haus leuchtet. (Gesangbuch  Lied 540)

Er möchte, dass es in unseren Herzen hell wird und wir das auch ausstrahlen und an andere weitergeben können. Vielleicht bei einem Telefongespräch mit den Nachbarn, den wir schon länger nicht mehr gesehen haben; mit einer Karte an Menschen, die einen lieben Menschen verloren haben; einem kleinen Überraschungsgruß für ein Gemeindeglied, das alleine ist……..

Es gibt viele Möglichkeiten,  dazu  brauchen wir nur Zeit  und gute Gedanken für all diese Menschen, die uns ans Herz gelegt werden. So werden wir dadurch selbst reich beschenkt und können diese Advents-und Weihnachtszeit mit hellem Herzen im Licht Jesus erleben.

Nun  wünsche ich Ihnen allen eine besinnliche und helle Advents- und Weihnachtszeit

Doris Beutelschieß-Nitschke